Der Multiple-Sklerose-Podcast

Meditation statt Interferon

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Ines Köbernick ist Physiotherapeutin und weiß seit 1998, dass Sie Multiple Sklerose hat. Sie hat sich unter anderem von einem 12 bis 14-Stundentag in ihrer Praxis getrennt und die Interferontherapie gegen Meditation getauscht.

Trotz unbemerkter Entzündungen im Gehirn ist sie seit einigen Jahren schubfrei: „Ich glaube an diese Energiearbeit und mich kriegt vorläufig keiner mehr zum Spritzen.“


Hier können Sie den Beitrag lesen:

Die Diagnose MS wurde bei mir 1998 gestellt. Ich habe die leichte Form der MS und bin im Moment beschwerdefrei. Ich hatte Missempfindungen im Bereich des Bauches, bin daraufhin zum Arzt gegangen, weil ich dachte, ich hab mir ’n Nerv eingeklemmt. Der meinte aber sofort, das ist ’ne neurologische Sache und ja, dann wurde ich in die Uni-Klinik Magdeburg eingeliefert und nach einer Woche stand die Diagnose MS. Hatte dann zwei Jahre darauf nochmal einen Schub mit Missempfindungen im rechten Bein, ein Jahr später noch einmal Missempfindungen im rechten Arm und seitdem hab ich Ruhe.

Ich versuche natürlich gegen meine MS anzusteuern oder gegenzusteuern, wenn man das überhaupt machen kann. Also, ich habe mir eine medikamentöse Behandlung einreden lassen. Ich habe also Interferon gespritzt. Vor zehn Jahren habe ich damit angefangen, habe dann vier Jahre gespritzt, Avonex, einmal wöchentlich, hatte aber jedesmal das Gefühl, dass ich mir das reine Gift in den Körper jage und habe damit wieder aufgehört.

Ich war dann bei einem Arzt, der alternative Medizin macht, bei dem habe ich mir eine Pulsdiagnostik machen lassen und der hatte mir das so erklärt, dass ich mit einer Energie von drei Milchflaschen geboren werde, und wenn diese Milchflaschen alle sind, ich dann sterben würde. Er meinte, bei mir wären zwei Flaschen leer und eine nur noch halb voll. Und da habe ich zu ihm gesagt: „Was kann ich denn machen, damit ich meine Flaschen wieder füllen kann?“ Und da hat er zu mir gesagt: „Ich verspreche Ihnen, wenn Sie jeden Tag zwanzig Minuten meditieren, wird sich in ihrem Leben was ändern.“ Ja, und dann hab ich damals noch gedacht: „Was soll der Quatsch? Was soll sich da ändern, wenn du meditierst?“ Und ich hab dann tatsächlich angefangen zu meditieren, habe mich mit mir beschäftigt, hab vieles im Außen sein lassen, also ich hab versucht, mich ein bisschen zu ändern. Ich bin seit vielen, vielen Jahren jetzt schubfrei und ich führe das natürlich darauf zurück, dass ich von gewissen Sachen losgelassen habe und eben zum Beispiel jetzt meditiere.

Ich hatte 12 bis 14 Stunden als Physiotherapeutin durchgearbeitet, ohne Frühstücks-, ohne Mittagspause, war darauf eigentlich noch stolz, heute sage ich, das war dumm.

Ja, ich habe mein Leben geändert. Und auch mal zum Patienten zu sagen: „Nein. Oder: „Wenn Sie gerne zu mir kommen möchten und es Ihnen zu lange dauert, kann ich verstehen, wenn Sie woanders hingehen.“ Auch dass man dann sagt: „Ich bin mir wichtiger als meine Patienten.“

Ich hab an einer Yogaschule angefangen, mit Meditation und das mach ich jetzt ungefähr acht, neun Jahre. Ich habe viele Jahre gebraucht, um das erste Mal ’nen Moment zu haben, wo man mal wirklich meditiert. Man kann ja in einer Minute gedanklich um die Welt reisen, aber mal ’ne Minute an nichts denken ist aber sehr schwer. Man braucht da ziemlich lange Zeit, um das zu lernen. Ich habe dann in der Zwischenzeit auch ein paar Aha-Effekte gehabt, dass ich wirklich gespürt habe, was Meditation anrichten kann. Es war genial, was ich erlebt habe und ich glaube jetzt an diese Energiearbeit ganz dolle und mich kriegt vorläufig auch keiner mehr zum Spritzen. Da kann mir meine Ärztin sonstwas erzählen.

Ich lass mich einmal im Jahr sehen, bei der Ärztin. Sie sagt jedesmal: „Na wenn Sie der Meinung sind, mit Yoga und Meditation können Sie Ihre MS heilen, Bitteschön.“ So ein bisschen bockig. Anstatt vielleicht mal zu sagen: „Mensch vielleicht wär‘ das vielleicht auch mal was für einen andern MS-Patienten.“ Ich war vor einem halben Jahr bei meiner Neurologin und habe dann zu ihr gesagt: „Mensch, ein MRT könnten wir auch mal wieder machen.“ Da hat sie dann nachgeguckt und das letzte lag sieben Jahre zurück. Es waren neue Stellen da, also neue Entzündungsherde, nicht frische. Aber ich hab die nie gespürt. Ich vergleiche dass dann immer: Sie können ja hundert Leute nehmen, die 80 Jahre alt sind. Und röntgen denen mal jedem die Kniegelenke. Es hat jeder Abnutzungen. Aber warum hat nicht jeder Schmerzen?

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5 Kommentare

  1. ich möchte es probieren.

  2. Ich finde Meditation auch sehr spannend.

    Bestimmt gibt es auch bei Ihnen die Möglichkeit es zu lernen. Viel Erfolg damit!

    Brigitte

  3. Danke. Genauso gehe ich auch vor 🙂

  4. Werde ich auch versuchen, vielleicht noch zusätzlich Feldenkrais, mal sehen. 🙂

  5. Feldenkrais finde ich auch interessant und zu Mediation habe ich kürzlich dieses Film entdeckt: https://youtu.be/M3O_hxmUmbI Sehr sehenswert!

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